Vitamin K2 – Schlüsselvitamin für Knochen, Gefäße und Zellgesundheit



Was ist Vitamin K – und warum gibt es K1 und K2?


Vitamin K ist eine Gruppe fettlöslicher Vitamine, die vor allem für ihre Rolle bei der Blutgerinnung bekannt sind – daher der Name: Das „K“ steht für „Koagulation“. Man unterscheidet zwei Hauptformen:


Vitamin K1 (Phyllochinon):

Kommt überwiegend in grünem Blattgemüse wie Spinat, Grünkohl oder Brokkoli vor und wirkt hauptsächlich in der Leber, wo es die Bildung von Gerinnungsfaktoren unterstützt.


Vitamin K2 (Menachinon):

Kommt in fermentierten Lebensmitteln (wie Natto, gereiftem Käse oder rohem Sauerkraut) sowie in einigen tierischen Produkten vor. K2 wirkt außerhalb der Leber, insbesondere in Knochen, Zähnen, Gefäßen und hormonellen Regelkreisen.


Die beiden Vitamine erfüllen also unterschiedliche Aufgaben im Körper, auch wenn sie biochemisch verwandt sind.



Warum K2 so oft zu kurz kommt – trotz körpereigener Bildung


Vitamin K2 ist in der typischen westlichen Ernährung nur sehr begrenzt enthalten


Es steckt fast nur in:

  • fermentierten Lebensmitteln wie Natto, rohem Sauerkraut oder bestimmten Käsesorten (z.B. Gouda oder Emmentaler)


  • Innereien oder fermentierter Wurst, sofern roh und nicht erhitzt


Zwar essen viele Menschen regelmäßig Gouda oder Emmentaler, doch enthalten diese je nach Reifegrad sehr unterschiedliche Mengen an K2- und oft nicht genug, um therapeutisch wirksam zu sein.



Der Körper kann einen Teil des K2 selbst herstellen, aber:


  • Diese Synthese geschieht im Dickdarm, wo kaum noch fettlösliche Vitamine aufgenommen werden – die selbst gebildete Menge gelangt also nur begrenzt ins Blut.


  • Zudem kann K1 zu K2 umgewandelt werden (v. a. in Leber, Bauchspeicheldrüse, Gehirn), aber nicht jeder Mensch kann das in ausreichender Menge.


Fazit:


Die körpereigene K2-Produktion reicht meist nicht aus, um den Bedarf zu decken – besonders bei schlechter Darmflora, Vitamin-D-Supplementierung, Entzündungen oder erhöhtem Bedarf.




Wie wird Vitamin K aufgenommen – und was kann die Aufnahme stören?


  • Vitamin K1 wird im oberen Dünndarm aufgenommen – jedoch nur, wenn genügend Fett und Gallensäuren vorhanden sind.


  • Menschen mit Fettverdauungsstörungen, Leber- oder Gallenproblemen, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen oder Dysbiose haben oft eine schlechtere Aufnahme.


  • Vitamin K2 wird in kleineren Mengen von der Darmflora synthetisiert, besonders durch gesunde Bakterien im Dickdarm – aber, wie oben beschrieben, nicht in ausreichender Menge verfügbar.




Was bewirkt Vitamin K2 im Körper?


Vitamin K2 aktiviert spezielle Proteine, die Calcium im Körper an den richtigen Ort bringen – in die Knochen und Zähne – und gleichzeitig von den Gefäßen fern halten.


Hauptaufgaben:

  • Aktivierung von Osteocalcin (Einbau von Calcium in die Knochen)
  • Aktivierung des Matrix-Gla-Proteins (Schutz vor Gefäßverkalkung)
  • Regulation des Calciumstoffwechsels in Kombination mit Vitamin D
  • Einfluss auf den Hormonhaushalt (z. B. Testosteron, Insulinsensitivität)
  • Zellschutz und Entzündungshemmung




Wie viel Vitamin K brauchen wir – und was passiert bei einem Mangel?


Die offiziellen Empfehlungen orientieren sich meist nur an der Blutgerinnung (K1) – nicht an den zusätzlichen Wirkungen von K2 auf Knochen, Gefäße und Hormonsystem.

 

Ein echter Vitamin-K-Mangel ist eher selten – aber eine unzureichende K2-Versorgung ist sehr häufig. Sie bleibt oft lange unbemerkt, da die Symptome schleichend sind.



Mögliche Anzeichen für einen Vitamin-K-Mangel (v. a. K2):


  • Leichte Blutungsneigung (z. B. Zahnfleischbluten, blaue Flecken)
  • Schlechte Knochenheilung, Osteoporose
  • Zahnprobleme, lockere Zähne
  • Gefäßverkalkungen, Arteriosklerose
  • Hormonelle Dysbalancen (z. B. Zyklusstörungen)
  • Müdigkeit, diffuse Beschwerden
  • Fehlentwicklungen des Skeletts bei Kindern
  • Häufiger bei chronischen Erkrankungen: Diabetes, Darmerkrankungen, Leber- oder Nierenproblemen, Dauerstress



Vitamin K2 & Osteocalcin – ein eingespieltes Team


Osteocalcin ist ein Hormon, das von den Osteoblasten (knochenaufbauenden Zellen) gebildet wird. Es ist dafür zuständig, Calcium strukturiert in die Knochen einzubauen – aber:


Nur aktiviertes (carboxyliertes) Osteocalcin kann seine Aufgabe erfüllen – und das geht nur mit genügend Vitamin K2.


Wird also viel Osteocalcin gebildet, aber nicht aktiviert, kann es ein Hinweis auf einen K2-Mangel sein.

Ist Osteocalcin niedrig, kann das zusätzlich auf eine gedämpfte Knochenneubildung hindeuten – etwa durch Hormonmangel (z. B. Östrogen, Testosteron), Entzündungen oder Medikamenteneinflüsse (z. B. Cortison).



Wie nimmt man Vitamin K2 am besten ein?


  • In Form von Tropfen in Öl gelöst (z. B. MCT- oder Olivenöl)
  • Am besten zu einer fetthaltigen Mahlzeit
  • Bei Kombination mit Vitamin D3 besonders sinnvoll – sie wirken synergetisch
  • Die empfohlene Dosis liegt meist bei 100–200 µg K2 (MK-7, all-trans) täglich
  • Überdosierung ist bei natürlichen Mengen nicht bekannt



Wann macht ein K1 + K2-Komplex Sinn?


Ein Kombipräparat aus Vitamin K1 und K2 ist ideal, wenn:


  • Blutungsneigung oder Gerinnungsstörungen bestehen (K1 wichtig!)
  • Osteoporose, Arteriosklerose oder Zahnprobleme vorhanden sind (K2!)
  • Die Aufnahme gestört ist (z. B. nach Antibiotika, bei Leberproblemen)
  • Du auf Nummer sicher gehen möchtest – beide Formen sind wichtig und ergänzen sich



Vitamin K ist ein oft unterschätzter, aber elementarer Bestandteil ganzheitlicher Gesundheit. Besonders Vitamin K2 ist für viele Menschen nicht ausreichend verfügbar, obwohl der Körper es theoretisch teilweise selbst bilden könnte.


Eine gezielte Ergänzung ist sicher, wirksam und sinnvoll – besonders bei Vitamin-D-Supplementierung, chronischen Erkrankungen, Knochen- oder Gefäßbelastung.

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